Maximilian-Kolbe-Werk e.V. - Übersicht

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"Die Begegnungen haben unsere Herzen bewegt"

Gäste aus Weißrussland besuchen das Rheinland

Das Maximilian-Kolbe-Werk hat vom 7. bis 21. Oktober 2012 zehn ehemalige KZ- und Ghettohäftlinge aus Weißrussland zu einem Begegnungsaufenthalt nach Köln eingeladen. Für viele war es nach dem Krieg der erste Besuch in Deutschland - und einige kamen mit sehr gemischten Gefühlen. Am Ende des Aufenthalts sagte jedoch Fedora Sutschilkina (82) aus Bobrujsk: "Ich habe eine unglaubliche Herzlichkeit und Aufmerksamkeit erfahren. Nun fahre ich aus dem Paradies wieder nach Hause."

EB-Köln 2012
Gäste aus Weißrussland besuchten das Rheinland

Die acht Damen und zwei Herren, die in der rheinischen Metropole nun zu Gast waren, sind heute im Alter zwischen 73 und 84 Jahren und leben in verschie­denen Regionen Weißrusslands. Sieben der Gäste waren als Kind oder als Jugendlicher in den Konzentrationslagern Dachau, Majdanek und Buchenwald inhaftiert. Die drei jüdischen Gäste waren in den Ghettos Minsk, Pinsk oder Usda interniert. Sie alle haben unter dem Nazi-Regime viel Leid und Unrecht erfahren müssen.

Mit den Einladungen nach Köln will das Maximilian-Kolbe-Werk den Menschen das heutige demokratisch Deutschland zeigen. "Für viele Gäste ist es heilend, in ein anderes Deutschland zu kommen", weiß Gisela Multhaupt, die sich als Ehrenamtliche des Maximilian-Kolbe-Werks zusammen mit einem Team um den Aufenthalt der Gäste kümmert. "Man kann die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, aber man kann lernen, damit zu leben." Bereits zum 15ten Mal wurden nun KZ- und Ghettoüberlebende aus Weißrussland nach Köln eingeladen.

Untergebracht waren die Gäste im Tagungs- und Gästehaus St. Georg in Köln. Wichtig war den Ehrenamtlichen, dass sich die Gäste erholten. Es standen aber auch Besichtigungen und Vergnügen auf dem Programm. So besuchte die Gruppe unter anderem den "Garten der Religionen" in Köln, den Dom in Aachen, das Konsulat der Republik Belarus in Bonn und genossen die Sonderausstellung "1912 &ndash Mission Moderne" sowie ein Konzert in der Philharmonie.

EB-Köln 2012
Die Gäste besuchten den Lern- und Gedenkort Jawne in Köln

Ein besonderer Nachmittag für die weißrussischen Gäste war der Besuch des Lern- und Gedenkorts "Jawne" in Köln. Die Gedenkstätte erinnert an das Gymnasium Jawne in Köln. 1942 wurden die Schulkinder gemeinsam mit vielen jüdischen Einwohnern der Stadt Köln in die Nähe von Minsk/Weißrussland deportiert und ermordet. Heute steht in der weißrussischen Hauptstadt ein Denkmal, das an diese Tragödie erinnert.

EB-Köln 2012
Viele Begegnungen standen auf dem Programm

Freundschaftlich begrüßt wurden die Gäste aus Weißrussland von den KFD-Frauen in Alstaedten-Burbach, die hausgemachten Kuchen auftrugen und kleine, selbstgebastelte Geschenke verteilten. "Diese Begegnungen haben unsere Herzen bewegt", sagte danach Galina Tschugaewitsch. Beeindruckende Nachmittage erlebten die Besucher außerdem bei der Vorsitzenden des Kölner Katholikenausschuss, Hannelore Bartscherer, beim Leiter der Diözesanstelle Weltkirche-Weltmission im Erzbistum Köln, Dr. Rudolf Solzbacher sowie auch beider Bürgermeisterin Angela Spizig. Während der Begegnung mit den Frauen des Kölner Handarbeitskreises wurden die weißrussischen Gäste mit je einer gestrickten Decke nach Wahl beschenkt.

Ein ganz bedeutsames Geschenk erhielt Alexandra Yudo aus Minsk. Die 81-jährige Osaritschi-Überlebende war zum ersten Mal in Deutschland. Nach einem Hörtest bekam sie ein Hörgerät eingesetzt. "Unvergesslich das strahlende Gesicht, als sie plötzlich wieder hören konnte", sagte Gisela Multhaupt.

Dieser Aufenthalt wurde mit Mitteln der GlücksSpirale gefördert.