Maximilian-Kolbe-Werk e.V. - ZZ Paderborn 08

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Unsere Arbeit

Auf Hochzeitsreise

Maria und Lechoslaw Slubinski waren zusammen in Auschwitz, sahen sich dann 61 Jahre nicht und sind heute ein Paar - Zusammen bei Aufenthalt des Maximilian-Kolbe-Werkes

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Die Gruppe von KZ- und Ghettoüberlebenden mit dem Paderborner Weihbischof Matthias König. Lechoslaw Slubinski ist der Dritte von links, seine Frau Maria hat sich bei ihm eingehängt.

Maria und Lechoslaw Slubinski wuchsen in Warschau im gleichen Haus auf. 1944 wurden sie von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager Auschwitz gebracht, später kamen sie gemeinsam in ein österreichisches Lager. Nach der Entlassung verloren sie sich aus den Augen - bis 2006. "Dann habe ich ihn nach 61 Jahren gefunden", erzählt die 73-jährige Maria Slubinski. 2007 heirateten sie. Ein Jahr später sind die 73- und der 76-Jährige auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werkes in Paderborn und erzählen Jugendlichen von ihrer Zeit in den Konzentrationslagern. Zwei Wochen, vom 13 bis zum 26. Mai waren die beiden ein Teil der zwölfköpfigen Besuchergruppe mit Überlebenden aus Polen. "Das ist unsere Hochzeitsreise", sagt Maria Slubinski der Klasse 10b in der Heinz-Nixdorf-Realschule Büren und schmunzelt dabei.

Entkommen nur durch den Schornstein

Aber es sind nicht nur fröhliche Geschichten mit einem Happyend, die Frau und ihr Mann erzählen. "Ich war zwölf Jahre alt, als ich nach Auschwitz kam", sagt er. Bei der Verhaftung sah er seinen Vater zum letzten Mal. Im Lager litt er Hunger und wurde von den Wachen gedemütigt. "Es gibt hier kein Entkommen, es sei denn durch den Schornstein", prophezeiten ihnen die SS-Leute, als sie in Auschwitz ankamen. Die Nazis hatten unrecht, Maria und Lechoslaw Slubinski hatten überlebt. Aber das Leiden, das beide ertragen mussten, ist bei ihnen noch nach 60 Jahren spürbar, ab und an fehlen ihnen die Worte. "Ich habe sogar meinen eignen Kindern nichts von der Zeit im KZ erzählt. Jetzt kann ich es", sagt Slubinski.

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Zeitzeugen zu Gast in der Ludwig-Erhard-Schule in Paderborn.

Eine Schülerin möchte wissen, ob sie im Lager daran gedacht hätten, wie es früher war - und ob sie Zukunftsträume hatten. "Ein großes Thema war, was man vor der Inhaftierung gegessen hatte", antwortet der polnische Überlebende. "Jeder hatte die Hoffnung, dass man befreit würde. Aber wie das sein würde, konnte man sich nicht vorstellen", ergänzt seine Frau. Zukunftsträume gab es nicht: "Ich hatte den Glauben verloren, dass es ein gutes Ende nimmt", so Lechoslaw Slubinski.

Die Gruppe

Die zwölf KZ-und Ghettoüberlebenden, die das Kolbe-Werk nach Paderborn eingeladen hat, waren in verschiedenen Lagern interniert, wie Auschwitz, Buchenwald, oder Ravensbrück. Einige waren als Jugendliche im KZ, andere als Kinder und zwei von ihnen wurden sogar im KZ geboren. Die Ehrenamtlichen des Maximilian-Kolbe-Werkes, Ursula und Ulrich Fox stellten ein Programm mit Schulbesuchen, Besichtigungen und Konzerten zusammen. Unter anderem wurden die Besucher auch von der Pfarrgemeinde St. Hedwig zu einem Abend eingeladen, bei dem über 60 Zuhörer dabei waren.

Stimmen der Teilnehmer:

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Stefan Widawski im Gespräch mit dem stellvertretenden Bürgermeister von Paderborn, Josef Hackfort.

  • Ich bin das erste Mal auf Einladung des Kolbe-Werkes in Deutschland. Das Programm war ausgezeichnet, die Begegnungen mit der Jugend waren wunderbar. Diese waren das wichtigste im Programm, denn wir sind die letzten Zeitzeugen.
  • Ihre Fürsorge tut unserer Seele gut. Der Höhepunkt waren die zwei Konzerte, weil wir dadurch auch am Kulturleben hier teilnehmen konnten.
  • Gut fand ich, dass wir an der polnischen Messe teilnehmen konnten und dass sie mit uns zusammen gebetet und gesungen haben.
  • Ich hatte keine Vorstellung davon, was mich hier erwartet. Früher war ich nur zur Arbeit in Deutschland. Meine Eindrücke und Erlebnisse sind großartig. Vor den Schulbesuchen hatte ich Angst, wusste nicht, was für Fragen die Schüler stellen werden. Ich habe interessante Leute kennen gelernt und fahre bereichert nach Hause zurück. Die Menschen in Deutschland haben sich geändert.