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Unsere Arbeit
"Vielleicht wird die Welt dadurch besser" |
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Jugendliche sprechen mit Überlebenden der Konzentrationslager und Ghettos |
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"Ich hoffe, dass die Welt durch diese Begegnung vielleicht ein bisschen besser wird, wir ein Zeichen setzen und die Jugend den Mut findet, für Frieden und Freundschaft zu kämpfen", sagte die 85-jährige Zofia Posmysz während des Zeitzeugenprojektes von Maximilian-Kolbe-Werk und dem Bistum Mainz in Höchst in diesem Jahr. Die Zeitzeugen sprachen während des Projektes mit etlichen Klassen aus dem Bistum: Unter anderem mit 50 Schülerinnen der Maria-Ward-Schule, einer Mädchenschule aus Mainz. Dieses Jahr machten sich 50 Schülerinnen der elften Klasse und der Berufsbildenden Schule auf den Weg ins Kloster Höchst/Odenwald, um mit drei der Zeitzeugen in Kleingruppen ins Gespräch zu kommen. Die Schülerinnen hatten sich schon über den Unterricht hinaus auf diese Begegnung vorbereitet, über Maximilian Kolbe gesprochen und sich mit der Thematik auseinandergesetzt. "Wir möchten die Chance nutzen, möglichst viel erfahren und erzählt bekommen", sagt die 16-jährige Barbara. |
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Eine Botschaft des Friedens |
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"Im Mai 1942 kam ich nach Auschwitz. Es ist so lange her, aber ich erinnere mich noch genau. Obwohl ich von diesem Ort gehört hatte, konnte ich mir damals nicht vorstellen, dass es noch schlimmer werden würde als die Tage bei der Gestapo", erzählte Zofia Posmysz. Die erst 18-Jährige wurde von der Gestapo verhaftet, weil sie Flugblätter gegen die deutsche Besatzung in Krakau verteilte. Nach sechs Wochen unter grausamen Haftbedingungen im Montelupi-Gefängnis in Krakau wurde sie nach Auschwitz in das Frauenkonzentrationslager deportiert und musste im Landwirtschaftskommando arbeiten. "Wer Glück hatte, bekam mittags vielleicht eine Kartoffel und ein Stückchen Zuckerrübe. 200 Gramm Brot mussten für Abendessen und Frühstück reichen", erinnerte sie sich. Nachdem sie zweieinhalb Jahre in der Strafkompanie "Budy" und im Stammlager Auschwitz-Birkenau überstand, wurde sie im November 1944 in einem dreitägigen Fußmarsch nach Ravensburg evakuiert. Die Amerikaner befreiten sie schließlich am 2. Mai 1945. Posmysz erwähnt aber auch Begegnungen mit Deutschen, die ihr in dieser Zeit geholfen haben. Eine deutsche Vorarbeiterin aus Hamburg zum Beispiel, die Aufsicht über die Lagerarbeit führte, habe ihnen die Möglichkeit zur Erholung gegeben: "Wäre sie nicht gewesen, dann hätte ich 'Budy' vielleicht nicht überlebt." Seit 1945 lebt Zofia Posmysz in Warschau und arbeitete beim polnischen Rundfunk. Ihre traumatischen Erlebnisse verarbeitete sie durch das Schreiben, wie sie selber sagte. Unter anderem in dem Roman "Die Passagierin", der verfilmt wurde. Unmittelbar nach dem Krieg besuchte sie mit ihrer Mutter Auschwitz. Seit Jahren ist Zofia Posmysz für die internationale Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz tätig. |
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"Einprägsam und sehr berührend" |
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Die Schülerinnen zeigten sich nach dem Gespräch sehr beeindruckt, ließen sich sogar Autogramme von Zofia Posmysz geben: "Das
ist etwas ganz anderes als in den Geschichtsbüchern, viel einprägsamer und sehr berührend. Man erfährt viel mehr über ein
persönliches Schicksal", sagte die 16-jährige Theresa. "Die Schülerinnen sind mit einer so großen Ernsthaftigkeit bei der
Sache, man kann Stecknadeln fallen hören", bestätigten die betreuenden Lehrerinnen Ursula Graw und Christine Krüger. Es sei
eine ganz authentische Botschaft des Friedens. Die Zeitzeugen würden den Schülern die Befangenheit nehmen sich diesem schwierigen
Thema zu nähern. |
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Auch das Gymnasium Michelstadt, das Elisabeth-Langgässer-Gymnasium Alzey, das Starkenburg-Gymnasium Heppenheim und die GAZ-Schule
Reichelsheim nahmen an dem Projekt teil und trafen sich ebenfalls, um Gespräche mit den Zeitzeugen zu führen. Auf dem Programm
stand außerdem eine Lesung im Gymnasium Michelstadt aus dem Buch "...ich kann dich nicht vergessen" von Wladyslaw Kozdon.
Der Zeitzeuge hat in diesem Buch seine Erinnerungen an das KZ Buchenwald verarbeitet. 1922 wurde er im oberschlesischen Bergwerksrevier
geboren. Er verbrachte insgesamt fünf Jahre im Konzentrationslager und verlor Mutter und Vater. Jacek Zieleniewicz, der ebenfalls
das Konzentrationslager Auschwitz überlebte, nahm schon zum fünften Mal an der Veranstaltung teil. Trotzdem will er noch mehr
Jugendliche erreichen: "In 15 Jahren habe ich über 50.000 jungen Menschen von meinen Erlebnissen erzählt. Ich werde es auch
weiter tun, solange wie es noch möglich ist." |



