Maximilian-Kolbe-Werk e.V. - Begegnungsaufenthalte Beuron und Münstertal 2010

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Unsere Arbeit - Begegnen

Zu Gast in Deutschland

Erholungs- und Begegnungsaufenthalte in Beuron und im Münstertal im Sommer 2010

Den ganzen Sommer hindurch besuchen rund 300 KZ- und Ghettoüberlebende auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werks Deutschland. Die Gäste kommen in diesem Jahr aus Polen, Weißrussland, Russland, der Ukraine, Ungarn, Tschechien und der Slowakei.

Noch bis Ende August sind zwei Gruppen von polnischen Überlebenden zu Gast im Schwarzwald und im Donautal. Gastgeber sind die Josefschwestern des Klosters St. Trudpert im Münstertal sowie die Benediktiner der Erzabtei St. Martin in Beuron. In dieser Woche besuchten die Gäste auch die Geschäftsstelle des Maximilian-Kolbe-Werks in Freiburg.

 
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Gruppenbild mit polnischen Gästen und MKW-Mitarbeitern in Freiburg
 

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Lidia Maksymowicz

Dabei erzählte uns Frau Lidia Maksymowicz, die heute in Krakau lebt, ihre Geschichte:
"Ich war drei Jahre alt, als ich mit meiner Mutter, meiner Schwester und den Großeltern in Russland gefangen genommen wurde und ins Lager nach Auschwitz kam. Meine Erinnerungen daran sind dürftig: Schreie, Schüsse, schwarze blankgeputzte Stiefel und Hunde blieben mir im Gedächtnis. Auch an den KZ-Arzt Mengele, der immer wieder Kinder aus der Kinderbaracke holte, kann ich mich erinnern. Am deutlichsten spürbar aber blieb mir der Hunger und die Sehnsucht nach der Mutter, von der ich getrennt wurde.

Nach der Befreiung des Lagers wurde ich von einem polnischen Ehepaar adoptiert, weil meine Mutter angeblich im Lager ermordet wurde. Ich wuchs in Polen auf, doch die Fragen "wer bin ich?" und "wo ist meine Mutter?" ließen mich nicht los. Nach langem Suchen teilte mir 1962 der Suchdienst des Roten Kreuzes mit, dass meine Mutter in Russland lebt und ebenfalls seit vielen Jahren auf der Suche nach mir ist. Bei unserer ersten Begegnung brauchten wir einen Dolmetscher, denn ich sprach kein Russisch mehr. Meine Mutter wurde fast ohnmächtig, als sie mich wieder sah. Im Geist hatte sie das kleine vierjährige Mädchen vor sich."

Seit 1978 sind weit über 12.000 Überlebende des Nazi-Regimes auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werks nach Deutschland gekommen.