Maximilian-Kolbe-Werk e.V. - Siegburg Juni 2011

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Unsere Arbeit

Zeitzeugengespräch an einem ungewöhnlichen Ort

KZ-Überlebende im Gefängnis mit jungen Inhaftierten im Gespräch

ZZ im Gefängnis
Zeitzeugengespräch im Gefängnis

Jerzy Michnol (85) ist Auschwitz- und Mauthausen-Überlebender, sein Kamerad Ignacy Krasnokucki (86) war im KZ Buchenwald inhaftiert. Die zwei KZ-Überlebenden aus Polen sind auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werks nach Köln gekommen, um in Zusammenarbeit mit dem Diözesanrat der Katholiken in Erzbistum Köln ein Zeitzeugenprojekt durchzuführen. Zum ersten Mal wurden dabei die jungen Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt Siegburg besucht. "Es ist schon etwas besonderes, die Geschichten von jemanden zu hören, der dabei war", sagt Denis rückblickend über die Begegnung mit den KZ-Überlebenden.  

Am Anfang war den beiden Zeitzeugen die Beklommenheit anzumerken, als sie die Justizvollzugsanstalt in Siegburg betreten. "Als ich hierher kam und die Zäune sah, kam die Erinnerung zurück", sagt Ignacy Krasnokucki. Die Sicherheitsschleuse, das weithin hörbare Geräusch des Schließen der Schlösser, die Gefängnismauern und die hohen Zäune, die damit verbundene Atmosphäre der Fremdbestimmtheit, all dies ruft die Erinnerungen an die Vergangenheit wach. Es sind Erinnerungen, erzählt Krasnokucki später seinen jungen Zuhörern, an die schweren Zeiten im Ghetto Lodz und im Konzentrationslager Buchenwald, wo er bis 1945 inhaftiert war. Jerzy Michnol wurde 1943 zunächst in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, später verlegt nach Mauthausen, wo er im Mai 1945 befreit wurde.

Die Zeitzeugen stellen sich offen den Fragen der jungen Gefangenen, die allesamt Schüler in den Haupt- und Realschulklassen der JVA Siegburg sind. Dass die beiden Zeitzeugen, deren Familien von den Nazis fast vollständig ausgelöscht wurden, Jugendlichen begegnen, die eine kriminelle Vergangenheit zu bewältigen haben, macht die Veranstaltung zu einem Experiment. Denn viele der inhaftierten Jugendlichen fühlen sich nicht selten in rechten Gruppierungen aufgehoben. So sollen vor allem die Gefangenen, die Kontakte zur rechten Szene gehabt haben, durch die Begegnung mit den Zeitzeugen ins Nachdenken kommen.

Begleitet wurden die Zeitzeugen vom Geschäftsführer des Diözesanrates, Norbert Michels und seinem Team. Der Justizminister von Nordrhein-Westfalen, Thomas Kutschaty, sagte sofort seine Teilnahme am Zeitzeugengespräch zu und Anstaltsleiter, Wolfgang Klein, nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil.

Mehr dazu:

Auf der Webseite der JVA-Siegburg

Auf der Webseite: www.knastkultur.de