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Unsere Arbeit
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"Ein Altersheim wäre für die KZ- und Ghettoüberlebenden in der Ukraine unbezahlbar" |
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Im September 2011 trat Sarah Oel ihren einjährigen Freiwilligendienst im Maximilian-Kolbe-Werk an. Seitdem hilft sie als "Jesuit
European Volunteers" im Sozialmedizinischen Zentrum des Maximilian-Kolbe-Werks in Lodz/Polen bei der Betreuung ehemaliger
KZ-Häftlingen. Vor Weihnachten besuchte sie zusammen mit der Leiterin des Zentrums, Schwester Ewa, kranke und bettlägerige
KZ- und Ghettoüberlebende in Lemberg in der Ukraine. Mit im Gepäck hatte die 18-Jährige Weihnachtsgeschenke: Kaffee und Tee,
Honig und Butter, Wurstkonserven und Süßigkeiten. Auch Hygieneartikel und medizinische Hilfsmittel nahm sie für die Bedürftigen
in Lemberg mit.
Nach der Rückkehr schreibt Sarah tief bewegt einen Bericht:
"Am 15. Dezember 2011 begann meine Reise in die Ukraine. Zusammen mit Schwester Ewa, die das Sozialmedizinische Zentrum in
Lodz leitet, durfte ich in der ukrainischen Stadt Lemberg (Lviv) für eine Woche ehemalige KZ-Häftlinge besuchen und ihnen
als Zeichen des "Erinnerns" Weihnachtspakete überreichen.
Nachdem wir die Grenze passiert hatten, führte unser Weg durch viele kleine Dörfer. Diese bestanden aus kleinen Häusern und
an fast jedes grenzte ein eigenes Feld. Das besondere an den Dörfern waren jedoch die prunkvollen Kirchen und Marienstatuen,
die die Präsenz des Glaubens spürbar machten. Um die Mittagszeit erreichten wir Medenice. Dort wohnen Schwester Magda, Schwester
Adriana, Schwestern des Salvatorianerinnenordens, und Pater Ryszard.
Von dort aus fuhren wir am nächsten Tag nach Lemberg (Lviv). Die Stadt wird ihrem Namen gerecht - mit ihren vielen Anhöhen.
Das einst polnische Lemberg vereint die Kulturen der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche. Die Altstadt ist geprägt
von schönen, alten Häusern. Aber in den Stadtteilen wohnen die meisten Menschen in Hochhausblöcken, so wie ich sie aus Lodz
kenne.
Unsere erste Station führte uns zum Zentrum des "Roten Kreuzes", das sich in Lemberg um die ehemaligen KZ-und Ghettoüberlebenden
kümmert und mit dem Maximilian-Kolbe-Werk die Weihnachtspaket-Aktion zusammen durchführt. Zwei Mitarbeiter des "Roten Kreuzes"
begleiteten uns daher bei den Besuchen, bei denen wir unsere vorbereiteten Pakete den kranken und bettlägerigen Menschen brachten.
Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie die Menschen in der Ukraine leben. Sie wohnen ganz anders als die Leute in
Deutschland oder auch in Polen. Man merkt, dass sie nicht viel Geld haben. Meist besteht die Einrichtung aus ein paar einfachen
Möbeln, oder die Wohnung besteht nur aus einem einfachen Raum, Bad und Küche befinden sich auf dem Flur und werden von allen
Bewohnern benutzt. Aber auch hier sah ich oft ein Kreuz oder ein Marienbild.
Das Schlimmste, was ich gesehen habe, war ein Ehepaar, das auf einer ausziehbaren, kaputten und alten Couch schläft. Sie haben
niemanden, der sich um sie kümmert. Ein Altersheim ist für sie unbezahlbar. Diese Menschen wurden durch den Krieg und ihrer
Zeit in den Konzentrationslagern eines würdigen Lebens beraubt und jetzt im Alter leben sie ärmlich, haben nicht viel, sind
krank und arm. Diesen Menschen zu helfen, die Not ein wenig lindern und ihnen einfach etwas Freude bereiten, macht die Arbeit
des Maximilian-Kolbe-Werkes so wertvoll."
Sarah Oel
10. Januar 2012
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