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"Kinder des holocaust" zu Besuch in Berlin

"Unsere Gäste sind erfüllt nach Hause gefahren. Aber auch wir, das Betreuerteam, haben wieder besondere und wertvolle Menschen treffen dürfen," sagt der ehrenamtlich Engagierte Peter Schneider über den Aufenthalt von einer Gruppe polnischer Juden, Mitglieder der Organisation "Kinder des Holocaust", in Berlin.

Der zweiwöchige Aufenthalt Anfang August 2017 in der Bundeshauptstadt diente dazu, dass Menschen, denen in der Zeit des Nationalsozialismus von Deutschen viel Leid und Unrecht angetan wurde, das heutige Deutschland und seine Kultur kennenlernen.

Die Gästegruppe bestand aus drei Männern und neun Frauen, die aus Warschau, Krakau, Danzig und anderen Städten angereist waren. "Die Jüngste war bei Kriegsende fünf Monate alt, die Älteste war zu dieser Zeit vierzehn", erzählt Schneider.

Gemeinsam mit den Dolmetscherinnen Marianne Drechsel-Gillner (rechts im Bild) und Milena Jakubaszcek (links) kümmerte er sich um die polnischen Besucher/innen während ihres Aufenthalts in Berlin Angang August und gestaltete ein abwechslungsreiches Programm.

"Der Programmablauf, der sich aus unterschiedlichen Erholungs- und Begegnungselementen zusammensetzte, konnte eingehalten werden", berichtet Peter Schneider. "An Empfängen sind zu nennen: der Besuch im Reichstag mit guter Information und Führung, der Besuch beim Berliner Generalvikar Pater Manfred Kollig und schließlich der Besuch im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die polnischen Gäste hatten Gelegenheit über sich, ihr Schicksal und über ihre heutigen Verhältnisse zu sprechen, besonders wurde dies beim Empfang Generalvikars Pater Kollig wahrgenommen."

Auf dem Besichtigungsprogramm standen die Berliner Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor, der Alexanderplatz, der Berliner Dom, das Holocaustdenkmal, das Mahnmal für Sinti und Roma, die Neue Wache, die Gedächtniskirche, der Potsdamer Platz und der Gendarmenmarkt. Ein großes Interesse fand außerdem der Besuch der Neuen Synagoge und des Jüdischen Museums.

"Viel Freude machten den Gästen unsere Bootsfahrten auf der Spree und auf dem Wannsee, dank des fabelhaften Wetters herrschte eine richtige Ferienstimmung. Dem Besuch des Cecilienhofes in Potsdam schloss sich ein fröhlicher Mittagstisch in der nahegelegenen Brauerei an", so Schneider.

Ein besonderer Höhepunkt des Begegnungsprogramms war das Zusammentreffen mit Schülerinnen und Schülern einer Krankenpflegeschule des Roten Kreuzes aus Frankfurt/Main, der bei den zukünftigen Pflegekräften "einen tiefen Eindruck hinterließ".

Einen doppelten Grund zum Feiern gab es am 8. August, an dem Janina Dudek aus Radom und Peter Schneider ihren Geburtstag hatten. "Unter lautem Absingen des in Polen traditionellen 'Sto Lat' und anderer Lieder war diese Feier sehr gelungen", erzählt Peter Schneider.

Als Unterkunft diente das Diakonische Bildungszentrum des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V., das unsere Besuchergruppen seit 2012 beherbergt. Peter Schneider lobt die Diakonie-Schwestern, die die Gruppe liebevoll verwöhnten, und fügt hinzu: "Der Verein hat die Gäste zu Kaffee und Kuchen eingeladen, zum Abschluss gab es ein exzellentes italienisches Buffet. Die Unterkunft ist sehr empfehlenswert und ein großer Park lädt zum Verweilen ein".

Der Erholungs- und Begegnungsaufenthalt in Berlin wurde durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie gefördert.

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