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RUNDBRIEF 04/2019 ERSCHIENEN

Zum Internationalen Sinti und Roma-Gedenktag: "Erinnern reicht nicht!"

Vor 75 Jahren hat die SS im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau die letzten Insassen des sog. "Zigeunerfamilienlagers" umgebracht. In unserem aktuellen Rundbrief gedenken wir einer halben Million Sinti und Roma, die durch die Nazis während des 2. Weltkriegs ermordet wurden. 

"Das Erinnern reicht nicht aus - wir sind ein vergessenes Volk, um das sich niemand kümmern will", sagt Aladar Pap von der Vereinigung "Rom Som" aus Uzhgorod in der Ukraine.  Das Maximilian-Kolbe-Werk folgt deshalb dem Hilferuf der Überlebenden in Transkarpatien und baut Hilfen für benachteiligte, in Armut lebende Roma aus. Wie wir helfen, erfahren Sie auf Seite 1.

Bitte spenden Sie zugunsten der Überlebenden des Holocaust an den Roma in der Ukraine und geben Sie damit ein Zeichen Ihrer Solidarität.

Auf Seite 4 des Rundbriefs geben wir zudem Rechenschaft über unsere Arbeit im vergangenen Jahr. Dank treuer Unterstützung unserer Spender und Förderer konnten wir 2018 mehr als 5500 NS-Opfern in Mittel- und Osteuropa zur Seite stehen und konkret helfen.


Was geschah am 2. August 1944?

Im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau waren die Roma im "Zigeunerfamilienlager" zusammengepfercht. Am 16. Mai 1944 sollte das Lager geräumt und die Häftlinge vergast werden. Sie setzten sich zur Wehr, die Aufseher zogen sich zurück.

In den nächsten Wochen wurden arbeitsfähige Roma-Häftlinge in andere Konzentrationslager verschleppt. In der Nacht vom 2. auf den 3. August wurden die verbliebenen 2.900 Roma - überwiegend Kinder, Alte und Kranke - in den Gaskammern getötet.

75 Jahre später ist das Volk der rund zwölf Millionen Sinti und Roma in Europa die größte ethnische Minderheit des Kontinents - und die am stärksten diskriminierte. Über 70 Prozent der Roma Osteuropas leben in großer Armut.

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