Hintergrund
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Das Los der alten Menschen in vielen Ländern Osteuropas ist sehr hart. Es gibt nur wenige Einrichtungen, die sich um Alte kümmern. In den kleinen Dörfern, in denen die Zeit stehen geblieben ist, sind die gebrechlichen Menschen häufig sich selbst überlassen.

Mit Ihrer Patenschaft unterstützen wir Anna Koralowa und andere Überlebende des NS-Terrors.

Anna Koralowa (Belarus)

Dank Ihrer Patenschaft konnte sich Anna Koralowa spezielle Kopfhörer leisten

In Belarus sind die alten Menschen von den aktuellen Unruhen besonders betroffen. Als Hauptleidtragende der wirtschaftlichen Situation leben sie oft sehr dürftig.

"Jetzt haben die staatlichen Stellen auch die Ermäßigung für Medikamente gestrichen", klagt Anna Koralowa.

Die Auschwitz-Überlebende muss Arzneimittel gegen ihre Herzrhythmusstörung nehmen. "Die Tabletten sind teuer und außerdem brauche ich dringend ein Hörgerät. Wenn sich meine Nachbarin mit mir über den Zaun unterhalten will, muss sie schreien." Um der Sendung im Fernsehen folgen zu können, dreht Frau Karalowa die Lautstärke weit auf. Doch die Rente der 83-Jähringen ist für gute Medizin und ein neues Hörgerät viel zu niedrig.

Mit dem Geld aus der Patenschafts-Spende hat sie sich spezielle Kopfhörer gekauft. "Endlich kann ich die TV-Nachrichten hören, obwohl ich das Gerät nur auf Zimmerlautstärke eingestellt habe", sagt sie glücklich.

Neben Anna Koralowa, die als repräsentative Botschafterin für Tausende KZ- und Ghettoüberlebender in Osteuropa steht, hilft Ihre Patenschaft auch vielen anderen KZ-Überlebenden in Belarus. Gerade in der kalten Winterzeit fehlt es den Alten an allem: Sie brauchen Geld für Lebensmittel und Medikamente oder für Heizkosten. Aus Angst vor dem Virus gehen die Alten auch nicht mehr einkaufen oder zur Apotheke. Vielmehr beauftragen sie für Besorgungen Boten, die bezahlt werden müssen.

"Es ist sehr beruhigend, dass die Spenderinnen und Spender des Maximilian-Kolbe-Werks in dieser schweren Zeit an uns denken", sagt Anna Koralowa.


Filip Bondartschuk (Ukraine)

Filip Bondartschuk konnte sich neben dem neuen Asthma-Inhalator auch einen Empfänger kaufen. Der Fernseher ist für ihn die einzige Abwechslung.

Der 95-jährige Filip Bondartschuk und seine Frau Sophia leben alleine in einem kleinen, alten Häuschen. Ein freundlicher Nachbar schaut nach dem Rechten und steht mit uns in Kontakt.

"Die Preise steigen immer mehr - eine Gasflasche zum Kochen kostet nun fast die Hälfte einer Rente",

erzählt uns der Nachbar. Deshalb kochen die Bondartschuks auch mit Holz, das ist billiger. Auch die Medikamente, die der Mauthausen-Überlebende gegen sein Asthma nehmen muss, sind fast unerschwinglich geworden. Eine große Hilfe ist der neue Asthma-Inhalator, den er sich von der Patenschafts-Beihilfe des Maximilian-Kolbe-Werks kaufen konnte.

"Ich habe wieder etwas mehr Lebensfreude",

sagt uns der Senior, der stellvertretend für Tausende noch lebender Opfer des NS-Terrors in Osteuropa steht.

Mit Ihrer Patenschaft-Spende konnten wir Filip Bondartschuk und aktuell vielen weiteren Überlebenden zur Seite stehen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.


Jewgenia Sidorowa (1923 - 2021), (Ukraine)

Dank Ihrer Patenschaft konnte sich Jewgenia Sidorowa ein neues, gutes Hörgerät kaufen.

"Das Gefühl, dass es Menschen gibt, denen mein Schicksal nicht gleichgültig ist, hat mir neuen Lebensmut gegeben. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Hilfe."

Mit Ihrer Patenschaft unterstützen wir auch Jewgenia Sidorowa aus der Ukraine. Sie konnte sich jetzt ein neues, gutes Hörgerät kaufen. Ein Segen für sie - zumal die Ravensbrück-Überlebende kurz nach ihrem 95. Geburtstag stürzte und tagelang das Bett hüten musste.

"Mit dem Hörgerät kann ich wenigstens wieder die Nachrichten im Radio hören - das ist mir wichtig, auch wenn sie mir Angst machen."

Die Ruhe in der Ukraine trügt. Im Osten der Ukraine wird auch vier Jahre nach dem Ausbruch der Kämpfe weiter geschossen. Der Krieg ist so nah. Von Saporoshe, der Stadt, in der Frau Sidorowa wohnt, bis in den Krieg sind es drei Stunden mit dem Auto. Der Anblick von uniformierten Soldaten, die von der Front zurückkehren oder sich auf den Weg dorthin machen, erinnert ständig daran. Die Ungewissheit ist groß. Keiner weiß, wie es weiter geht.

"Die unklaren Situationen beeinflussen sehr unseren Alltag",

erzählt Frau Sidorowa. Die Lebensmittelpreise und die Preise für Medikamente sind stark gestiegen. Familien oder alte Menschen können sich das Lebensnotwendigste nicht mehr leisten. Das Maximilian-Kolbe-Werk hilft Frau Sidorowa und anderen ehemaligen NS-Opfern in dieser Zeit mit Geld aus den Patenschaften für KZ-Überlebende.

"Die Welt hat den Krieg in der Ukraine vergessen, das Maximilian-Kolbe-Werk aber denkt an uns."


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