Hintergrund
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Prof. Dr. Igor Malitskiy (geb. 1925), Charkiw/ Ukraine

Überlebender der Konzentrationslager Auschwitz und Mauthausen

"Es gibt keine schlechten Nationen, es gibt schlechte Menschen"

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Igor Malitskiy wurde am 12. Februar 1925 in Charkiw geboren. Im Mai 1941 absolvierte er die 8. Klasse, konnte seine Schulausbildung aber nicht fortsetzten, da die deutschen Truppen im Oktober 1941 Charkiw besetzten.

Anfang 1942 wurde Igor Malitskiy von der Polizei verhaftet, konnte jedoch fliehen. Nach der zweiten Verhaftung wurde er in ein Kriegsgefangenenlager gebracht. Während des Transports nach Deutschland gelang es ihm, zusammen mit anderen Kriegsgefangenen nach Österreich zu fliehen. Er wurde jedoch auf tschechischem Gebiet von der Feldgendarmerie festgenommen und in ein Gestapogefängnis nach Kladno geschickt.

Später kam Igor Malitskiy nach Teresin, danach ins Konzentrationslager Auschwitz und schließlich 1944 ins KZ Mauthausen, wo er sich einer Untergrundorganisation anschloss und auch an dem Aufstand teilnahm.

Nach der Befreiung aus dem KZ wurde er in die Rote Armee eingezogen und leistete bis 1951 seinen Militärdienst in der DDR ab.

Danach kehrte Igor Malitskiy in seine Heimatstadt zurück, studierte am Institut für Bergbau in Charkiw und arbeitete in der Bergbauindustrie. Anschließend promovierte er und unterrichtete am Institut für Bergbau, war auch Dozent am Ukrainischen Institut für Fernstudium sowie Lehrstuhlinhaber an der ukrainischen Akademie für Ingenieur-Pädagogik, an der er bis heute lehrt.

Professor Malitskiy nimmt aktiv am gesellschaftlichen Leben teil. Er ist Vorsitzender der Charkiwer regionalen Organisation antifaschistischer Widerstandskämpfer, ehemaliger politischer Häftlinge der nationalsozialistischen Konzentrationslager.


"Survivors of Nazi Persecution Talk About Auschwitz" (dt. Überlebende der NS-Verfolgung sprechen über Auschwitz)

Video mit dem Zeitzeugenbericht von Igor Malitskiy

Quelle: Felix Ansmann, Teilnehmer der Internationalen Begegnung 2012 für junge Journalisten

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