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Hilferuf aus Transkarpatien

Überlebende des NS-Völkermords an Roma benötigen unsere Unterstützung

29.06.2020     Viele Roma in der westukrainischen Region Transkarpatien sind wegen ihrer ärmlichen Lebens- und Wohnbedingungen durch das Coronavirus besonders gefährdet. "Uns fehlt es an Masken und Desinfektionsmitteln", erzählt Aladar Pap, Vorsitzender der kulturellen Vereinigung "Rom Som" aus Uzhgorod.

In Uzhgorod und der ganzen Region gibt es mittlerweile rund 3000 Corona-Infizierte. In Krankenhäusern sind 71 % der Intensivbetten belegt. Neben Lwiw und Kiew steigen die Zahlen der Corona-Kranken in Transkarpatien am schnellsten.

"Wenn das Virus in der Roma-Siedlung in Uzhgorod ausbricht, wird man es schlecht stoppen können", befürchtet Pap. "In der Siedlung wohnen viele Familien, häufig drei-vier Generationen auf engstem Raum zusammen", weiß Aladar Pap. "In Vynogradiv, 90 km von Uzhgorod entfernt, ist der Siedlungsälteste an Covid-19 gestorben und hat mehr als 20 Familienmitglieder angesteckt."

Besonders um alte Menschen macht sich Aladar Pap große Sorgen. "Ich leiste viel Aufklärungsarbeit und appelliere an die Senioren, dass sie ihre Häuser nicht verlassen".

Corona bedingt geschlossen ist auch die Suppenküche, die "Rom-Som" in Uzhgorod unterhält. Dort konnten täglich 30 bis 40 Bedürftige kostenloses Mittagessen erhalten. "Nun suche ich nach anderen Wegen, ihre Versorgung sicherzustellen", sagt Aladar Pap.

Wir folgen dem Hilferuf aus Transkarpatien und unterstützen Überlebende des NS-Völkermords an Roma durch Hilfspakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Diese wurden letzte Woche mit Hilfe von Aladar Pap zu den bedürftigen gebracht. 

Ewgenij Latsko (geb. 1937) nimmt das Hilfspaket des Maximilian-Kolbe-Werks entgegen.
Auch die 76-jährige Olga Garakal freut sich über die Unterstützung.
Das Soziale Zentrum, Treffpunkt und Beratungsstelle für Roma in Transkarpatien, ist wegen Corona geschlossen.
Vor Corona: In der Suppenküche des Sozialen Zentrums erhielten die Bedürftigen täglich eine warme Mahlzeit.
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