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Kuren bei Überlebenden hoch im Kurs

17.09.2021     Ob in St. Petersburg, Birstonas, Truskavets oder Wisla - unser Kurangebot erfreut sich aktuell einer großen Nachfrage und Beliebtheit bei KZ- und Ghetto-Überlebenden in verschiedenen Ländern. Während die Kuren in Russland, Litauen und in der Ukraine als Gruppenaufenthalte stattfinden, bieten wir in Polen individuelle Kuraufenthalte an. So können die Senioren das gewünschte Kurhaus und den Zeitraum selbst aussuchen und buchen. Das Maximilian-Kolbe-Werk übernimmt die Kosten bis zu einem bestimmten Betrag.

Eine Gruppe KZ-Überlebender aus Lviv (Bild oben) erholte sich vor kurzem im bekannten ukrainischen Kurort Truskavets. Am Tag der Abreise schickten sie uns Bilder und eine Mail, in der stand: "Im Sanatorium haben wir erholsame und gesellige Tage verlebt und konnten neben Anwendungen einige Unternehmungen genießen. Wir fahren gestärkt nach Hause und nehmen unvergessliche Eindrücke sowie gute und positive Stimmung mit."

Gemeinsame Unternehmungen wie Angeln machten großen Spaß.
Während der geselligen Runden bei Kuchen und Eis herrschte eine lockere Stimmung.

Fast noch wichtiger als die wohltuenden Anwendungen war nach Aussage vieler Überlebenden die Möglichkeit, "wieder mit anderen Menschen Zeit zu verbringen". "In der Pandemie machte mir die Einsamkeit am meisten zu schaffen", sagte Ludmila Suchonosowa (85) aus St. Petersburg. Gemeinsam mit weiteren 15 Überlebenden war sie 14 Tage zur Kur in Sestrorezk, das nordwestlich von Sankt Petersburg am Finnischen Meerbusen liegt. "Eine Kur kann sich leider nicht jeder leisten. Daher bin ich dem Maximilian-Kolbe-Werk sehr dankbar, dass es uns diesen Aufenthalt schenkt".

Ludmila Suchonosowa (85) aus St. Petersburg fühlte sich im Sanatorium in Sestrorezk gut aufgehoben.
Der am Finnischen Meerbusen gelegene Kurort lud zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

In Litauen ging vor wenigen Tagen der zweiwöchige Kuraufenthalt von 24 Holocaust-Überlebenden zu Ende. Im Sanatorium "Egle" im Kurort Birstonas konnten sie ihre Gesundheit stärken, indem sie Behandlungen mit natürlichen Faktoren wie Mineralwasser, Sapropel- und Torfschlamm in Anspruch nahmen. Ergänzt wurden diese Behandlungen durch eine Vielzahl von physiotherapeutischen Prozeduren.

Die 81-jährige Ljuba Stulgaitiene aus Kaunas (links im Bild), die an Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems leidet, freute sich: "Gute medizinische Betreuung und ausgewogene Ernährung waren für meine Gesundheit sehr förderlich".

Die Gruppe bedankte sich in diesem Schreiben beim Maximilian-Kolbe-Werk und seinen Spenderinnen und Spendern.

Das individuelle Kurangebot des Maximilian-Kolbe-Werks in Polen nutzten allein in den Monaten Juli und August 75 KZ- und Holocaust-Überlebende. Die beliebtesten Kurorte waren dabei Busko-Zdrój, Nałęczów und Ciechocinek.

Zdzislawa Wlodarczyk (88) entschied sich für das Sanatorium "Jubilat" in Wisla, das nur 90 km entfernt von ihrem Wohnort liegt. "Nach vielen Monaten Selbstisolation konnte ich es mir im Sanatorium endlich richtig gut gehen lassen", sagte die Auschwitz-Überlebende. "Die verschiedenen körperlichen Aktivitäten und die Aufmerksamkeit des Personals haben mir gutgetan. Ich genoss zudem die Gesellschaft eines befreundeten Ehepaars, das ebenfalls auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werks zur Kur war." Beim befreundeten Ehepaar handelte es sich um Alfred Kita (83) und seine Frau. Alfred Kita hat als Kind die sog. "Polenlager" in Bogumin und Potulice überlebt. Seine Eltern sind im Konzentrationslager Auschwitz zu Tode gekommen.

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