Hintergrund
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Helfen

Die Verbrechen der Nationalsozialisten haben tiefe Wunden an Leib und Seele hinterlassen: Alle KZ- und Ghettoüberlebenden leiden unter haftbedingten Krankheiten und traumatischen Erinnerungen. Viele leben in bedrückender Armut. Das Maximilian-Kolbe-Werk leistet ganz konkrete Hilfe.

Neben direkter humanitärer und finanzieller Unterstützung organisiert das Maximilian-Kolbe-Werk wohnortnahe, von deutschen Ehrenamtlichen begleitete Kuren in den Herkunftsländern von KZ- und Ghettoüberlebenden sowie Hilfsprojekte in Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Darüber hinaus bietet es fachliche und finanzielle Unterstützung bei der häuslichen Pflege durch Krankenschwestern und sonstige Pflegekräfte.

Im polnischen Lodz unterhält das Werk ein Sozialmedizinisches Zentrum. Neben dem Angebot verschiedener Fachärzte versorgt das Zentrum bedürftige KZ-Überlebende der Stadt durch einen Essen-auf-Rädern-Dienst und verteilt medizinische Hilfsmittel für ganz Polen.

UNSERE PROJEKTE AUS DEM BEREICH "H E L F E N"

Finanzielle Direkthilfen in Polen

Seit seiner Gründung 1973 unterstützt das Maximilian-Kolbe-Werk ehemalige KZ- und Ghettohäftlinge in Notsituationen mit finanziellen Beihilfen. Auch die Witwen und Witwer sowie sonstige Angehörige, insbesondere behinderte Kinder ehemaliger Häftlinge, werden unterstützt.

Jeden Tag gehen in Freiburg Briefe von KZ- und Ghettoüberlebenden aus Polen ein. Eine schwere Erkrankung, ein Todesfall in der Familie oder ein anderer Schicksalsschlag - mit großem Vertrauen schildern die Menschen ihre Sorgen und Nöte. Je nach Situation erhalten die Betroffenen eine Beihilfe zwischen 100 und 600 Euro.

Aber es geht dabei nicht allein um die finanzielle Unterstützung. Die ehemaligen Häftlinge wissen, dass sie sich immer an das Maximilian-Kolbe-Werk wenden können und dass versucht wird, ihnen in einer konkreten Not zu helfen.

Häusliche Pflege in Polen

Die regionale Krankenversorgung und die häusliche Pflege sind in den vergangen Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der Arbeit des Maximilian-Kolbe-Werks geworden. Mit diesem Hilfsangebot reagiert das Werk auf den zunehmenden Bedarf nach häuslicher Betreuung und Pflege. Es unterstützt damit besonders bedürftige KZ- und Ghettoüberlebende, die aufgrund ihrer familiären oder finanziellen Situation sonst nicht in der Lage wären, eine angemessene Versorgung zu erhalten.

Diese Hilfe wird über das Netzwerk der Vertrauenspersonen koordiniert und erfolgt auf der Grundlage von Rahmenvereinbarungen mit Pflegediensten. Die Versorgung der Betroffenen wird durch Krankenschwestern und sonstige Pflegekräfte geleistet und umfasst die Körperpflege, das Verabreichen von Medikamenten, die Unterstützung bei Mahlzeiten sowie auch Hilfen im Haushalt wie Putzen und Waschen.

Die angebotenen praktischen Hilfen sind für die Betroffenen sehr wertvoll. Darüber hinaus geben sie ihnen die Möglichkeit, trotz Krankheit, großer körperlicher Einschränkungen bzw. Pflegebedürftigkeit in ihrer letzten Lebensphase in ihrem vertrauten Umfeld zu bleiben.

Die regionale Versorgung und häusliche Pflege von bedürftigen KZ- und Ghettoüberlebenden in den Regionen Gdansk, Szczecin und Bydgoszcz wird in den Jahren 2016 bis 2019 durch einen Projektzuschuss der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gefördert.

Sozialmedizinisches Zentrum in Lodz/ Polen

Seit 1989 unterhält das Maximilian-Kolbe-Werk in Lodz das Sozialmedizinische Zentrum „Maximilian Kobe“. Es leistet wertvolle Arbeit für die Überlebenden in der Stadt und Region Lodz sowie für die Überlebenden in allen Landesteilen Polens. Geleitet wird das Zentrum von der Salvatorianerin Schwester Ewa Tonacka.

Regelmäßig kommen KZ- und Ghettoüberlebende zu den Sprechstunden der verschiedenen Fachärzte (Internist, Kardiologe, Neurologe und Urologe) oder erhalten physiotherapeutische Anwendungen und Therapien. Diejenigen, die nicht aus eigener Kraft kommen können, werden zu Hause besucht und betreut oder mit dem „Essen-auf-Rädern-Dienst“ versorgt. 

Für die Überlebenden in den übrigen Landesteilen Polens verteilt das Zentrum Medikamente sowie medizinische Hilfsmittel wie Rollstühle, Gehhilfen, Sauerstoffgeräte und Pflegeutensilien, die vor Ort von den Vertrauensleuten ausgegeben werden.

Darüber hinaus sorgt das Zentrum für das Verteilen der Kurzplätze und das Zusammenstellen der Besuchergruppen nach Deutschland. Zu den weiteren Aufgaben des Zentrums gehört die Unterstützung der Vertrauensleute in den verschiedenen Regionen Polens: diese werden von Schwester Ewa besucht, um sie zu beraten, bei ihrer Arbeit vor Ort zu stärken und ihnen zu helfen, jüngere Ehrenamtliche mit einzubeziehen.

Die Arbeit des Sozialmedizinischen Zentrums Lodz wird seit 2012 durch einen Projektzuschuss der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gefördert. 

Hilfsprojekte in Nachfolgestaaten der Sowjetunion

Das Maximilian-Kolbe-Werk führte von 2002 bis 2016 mehrmals im Jahr die sog. Hilfs- und Begegnungsprojekte in verschiedenen Ländern der ehemaligen Sowjetunion durch, die an die Stelle der bis dahin durchgeführten Hilfsgütertransporte getreten worden sind: Eine Gruppe von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern reiste in verschiedene Länder, um dort in einer bestimmten Region die KZ- und Ghettoüberlebenden zu besuchen. Dazu wurden die Betroffenen zu zentralen Treffen eingeladen. Die Mitarbeiter nahmen sich Zeit für Gespräche und persönliche Begegnungen. Die Kranken wurden zu Hause in ihren Wohnungen besucht. Alle ehemaligen KZ- und Ghettohäftlinge erhielten dabei eine finanzielle Beihilfe. Diese Hilfs- und Begegnungsprojekte wurden in der Ukraine, in Belarus, Moldawien, Russland, Litauen, Lettland, Estland und Kasachstan realisiert.

Projektberichte: - Hilfs- und Begegnungsprojekt (HuB) Minsk (Belarus) 2016

- HuB Witebsk (Belarus) 2015     - HuB Saporoshe (Ukraine) 2015

Im Zuge der Anpassung der Projektformen und Hilfsangebote an die sich verändernde Gesundheits- und Lebenssituation der Überlebenden werden seit 2017 andere Hilfsformen umgesetzt, beispielsweise Haus- und Krankenbesuchsprojekte, bei denen Ehrenamtliche und/oder Hauptamtliche die Überlebenden zu Hause besuchen und ihnen persönlich die Beihilfen übergeben.

Projektberichte: Krankenbesuche (KB) Gomel (Belarus) 2018          KB Chemlnizkij (Ukraine) 2017

Kuraufenthalte in Mittel- und Osteuropa

Jedes Jahr lädt das Maximilian-Kolbe-Werk gruppenweise KZ- und Ghettoüberlebende zu einer 14-tägigen Kur ein. Angeboten werden Erholungstage in Polen, in der Ukraine, Russland, Belarus/Weißrussland, Moldawien, Litauen, Lettland, Estland, Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik. Um beschwerliche Anreisen zu vermeiden, werden für die Aufenthalte, Kurhäuser in der Nähe des Wohnorts der Betroffenen gesucht.

Begleitet werden die Aufenthalte von deutschen Ehrenamtlichen und Dolmetschern. Während des Aufenthalts erhalten die KZ- und Ghettoüberlebenden therapeutische Anwendungen wie Massagen, Inhalationen oder Physiotherapie. Als Begleitprogramm organisieren die Ehrenamtlichen kleinere Ausflüge, Spaziergänge oder gemütliche Kaffeenachmittage. Die Kurtage können die  haftbedingten Krankheiten und Beschwerden lindern.

Das Maximilian-Kolbe-Werk will mit dem Angebot das Leben der KZ- und Ghettoüberlebenden verbessern und den unbefriedigenden Zustand der medizinischen Versorgung seitens staatlicher und nichtstaatlicher Betreuungssysteme in diesen Ländern ausgleichen.

Projektberichte: - Kur in Chmelnik (Ukraine) 2017     - Kur in Truskawetz (Ukraine) 2017

- Kur in Tschertsche (Ukraine) 2016            - Kur in Baranowitschi (Weißrussland) 2015

- Kur in Odessa (Ukraine) 2014                    - Kur in Palanga (Litauen) 2013

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